Bela fragt: „Wie geht’s weiter?“

Kinder stecken von Natur aus voller Fantasie und die meisten lieben es, Geschichten zu hören oder sich selbst welche auszudenken. Und manchmal schreiben sie sie auch auf. Für Kinder mit Lernproblemen stellt dies jedoch oft eine Hürde dar, die lange unüberwindbar scheint. So auch für Bela.

Jede Therapeutin und jeder Therapeut geht in der Lerntherapie ganz individuell auf die Vorlieben und Fähigkeiten der einzelnen Kinder ein. Dass Bela gern Bilder mag und sich gern und mit viel Witz Geschichten ausdenkt, konnte seine Therapeutin früh feststellen. Und so wählte sie einen besonderen Weg, um Bela das Schreiben schmackhaft zu machen: Sie gab ihm ein Bilderbuch.

Bilder wecken Freude am Schreiben

Dieses Buch mit dem Titel „Wie geht’s weiter?“ zeigt auf jeder Seite ein Bild und dazu den Anfang einer Geschichte. Wie es weitergeht, ist der Fantasie überlassen. Ideal für ein Kind wie Bela, aus dem beim Anblick eines Bildes die Ideen nur so heraussprudeln.

So fing Bela an, mit Begeisterung seine ersten Geschichten zu schreiben. Zunächst noch voller Fehler zwar, dafür mit großer Freude und ohne Hemmung. Das ist einer der wichtigsten Schritte in der Lerntherapie – das Verlieren der Angst und die Freude am Schreiben.
Was Belas Therapeutin zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass Bela selbst auch unheimlich gern zeichnet. Und so kam er eines Tages in die Therapiestunde mit den Worten „Schau mal, ich habe mir auch einen Anfang ausgedacht!“ Bloß – wer sollte die Geschichte nun weiter schreiben? Ein anderes Kind natürlich!

Bela war skeptisch. Würde ein anderes Kind Lust dazu haben und ist das nicht eigentlich schrecklich peinlich? Doch die Therapeutin konnte ihn überzeugen und was nun geschah, zaubert noch immer ein Lächeln auf ihr Gesicht, wenn sie davon erzählt. Denn schon bald hatte Bela einen neuen Geschichtenanfang in den Händen – gemalt und geschrieben von einem weiteren Kind. Und so zog das Ganze immer weitere Kreise. Mittlerweile schicken sich vier Kinder, die einander noch nie gesehen haben, gegenseitig Geschichtenanfänge hin und her.

Selbstvertrauen durch Wertschätzung

Diese Form von Wertschätzung hilft enorm, das Selbstvertrauen der Kinder aufzubauen. Dass da jemand ist, dem das eigene Bild und der geschriebene Anfang so gut gefallen, dass eine neue Geschichte daraus wird auf der einen Seite und dass ein anderes Kind die eigene Geschichte dann gern lesen und aufbewahren möchte auf der anderen.

Und natürlich bleibt es auch der Vergleich nicht aus. Festzustellen, dass auch andere Kinder Fehler machen, schafft einen Zusammenhalt, der die Kinder stärkt.

Wenn Anna mit den Worten „Post für dich!“ eine Geschichte von ihrer Therapeutin überreicht bekommt, die aus einem ihrer Anfänge entstandet ist, dann ist sie jedes Mal ganz stolz. Eine Kopie darf die Therapeutin machen, aber dann steckt Anna die Geschichte schnell in ihre Tasche und nimmt sie mit nach Hause um sie aufzubewahren.

Aus "Annas Arie" wird kurzerhand "Annas Geburtstag"

(Geschichtenanfang aus dem Buch, Fortsetzung von Bela)

Anna, die Eiche, hatte eine kräftige Stimme. An ihrem Geburtstag lud sie drei Eichhörnchen ein, die mit gespitzten Ohren vor ihr Platz nahmen. Dann öffnete Anna langsam ihren Mund ...

... auf und sagte „Bäume können nicht sprechen, erwartet bloß nicht, dass ich singe. Massiert mich lieber und sitzt dort nicht so gelangweilt rum."
Also fangen die Eichhörnchen an zu klettern, denn das möchte einfach jede Eiche.

Außerirdische

(Geschichtenanfang von Lucy, Fortsetzung von Bela)

Nach dem der Alljunge unser Sonnensystem erreichte, fiel ihm der blaue Planet auf und er sprach zu seinem Vater ...

„Wer hat denn die Sonne angemalt?" Darauf der Vater: „Sohn, das ist doch der Jupiter und der ist von Geburt an blau denn er hat eine Hautkrankheit."
Der Junge sagte „Die Venus ist doch rot." - „Aber das war doch nur ein Sonnenbrand," sagte der Vater verärgert.

Außerirdische 2

(Geschichtenanfang von Lucy, Fortsetzung von Anna)

Nach dem der Alljunge unser Sonnensystem erreichte, fiel ihm der blaue Planet auf und er sprach zu seinem Vater ...

... bitte lass uns dort hinfliegen. Eine Stunde später waren sie da. Sie lasen ein Schild wo drauf stand „Willkommen in Neptopia." Überall war Wasser. Danach flogen sie dann an den Strand und versuchten, mit den anderen Aliens zu schwimmen, tauchen, surfen ...! Als es dunkel wurde, sind sie zurück nach Hause geflogen und haben ihre tolle Reise erzählt. Alle bewunderten ihr Erlebnis.