Endlich Durchblick im Zahlendschungel

Oft kommt es vor, dass Kinder mit einer Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche sich zurückziehen, in Ruhe gelassen werden wollen und eher schüchterner Natur sind. Dass das aber nicht die Regel sein muss, beweist Sarah. An Freundinnen mangelte es der 12-Jährigen nie.

Und deshalb freute sich Sarah auch ungemein auf ihre Einschulung: Kindergarten adé, scheiden tut weh? Fehlanzeige! Endlich in die Schule gehen und neue Freunde kennen lernen. Das war es, was Sarah wollte.

Die Schülerin war hochmotiviert. Nur mit Mathe wollte es irgendwie nicht so recht klappen. Die damals 6-Jährige konnte sich noch so sehr anstrengen – die Welt der Zahlen wollte sich ihr einfach nicht erschließen. Das machte sich auch im Unterricht bemerkbar: Sarah wurde zunehmend unaufmerksam und hatte Probleme, sich über einen längeren Zeitraum hinweg zu konzentrieren. Sie machte ihre Hausaufgaben nicht und vermied jegliche Konfrontation mit Mathematik. Natürlich bemerkten sowohl die Lehrkräfte als auch Sarahs Eltern, dass etwas nicht stimmte. Ihre Lehrerinnen erzählten den Eltern schließlich von der Möglichkeit, eine Lerntherapie zu machen.

Sarahs Eltern unterstützten diesen Vorschlag, da sich die Rechenschwäche auch auf das Familienleben auswirkte.

„Sarahs Selbstbewusstsein litt sehr unter ihren Lernschwierigkeiten. Wir setzten daher große Hoffnungen in die Lerntherapie.“ so ihre Mutter.
In der Lerntherapie des Duden Instituts Berlin-Steglitz wurde, ausgehend von Sarahs aktuellem Entwicklungsstand, ein individueller Lernplan für sie entwickelt. Ganz besonders wichtig bei Kindern mit einer Rechenschwäche ist es, Zahlenoperationen durch Visualisierung greifbarer zu machen.

Das 1x1 hat Sarah zum Beispiel mit Hilfe ihrer Hände geübt. Aber auch Spiele, in denen der Umgang mit Zahlen von Bedeutung ist, wie zum Beispiel „UNO“, wurden eingesetzt.

Die Therapiestunden fanden übrigens nicht nur in den Räumlichkeiten des Instituts statt, sondern auch außerhalb im Freien. Sarah sollte hier, nachdem ihr eine Strecke vorgegeben wurde (bspw. von der Eingangstür zum Papierkorb) schätzen, um wie viel Meter es sich handelt. Im Anschluss daran wurde die Entfernung mittels eines Messrades nachgeprüft.

Die Methoden halfen Sarah, das Gelernte zu verinnerlichen und im Unterricht anzuwenden.

Die Lerntherapie war für die Schülerin ein voller Erfolg. Kürzlich hat Sarah sogar eine 1 in Geometrie geschrieben. Aber nicht nur ihre Mathenoten haben sich verbessert; sie ist außerdem viel selbstbewusster und verantwortungsvoller in ihrem Handeln geworden.

Sarahs Mutter möchte alle Eltern, deren Kind eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche hat, zu einer Lerntherapie ermutigen.

„Ganz wichtig ist es, das Kind nicht unter Druck zu setzen und die Lernprobleme nicht als eine Krankheit zu betrachten. Vielmehr sollten die Stärken der Kinder Beachtung finden. In der Lerntherapie wird mit viel Geduld auf die individuellen Probleme aber auch die Interessen der Kinder eingegangen und das schätze ich sehr.“